DWZ & Elo erklärt

Elo im Schach erklärt

Wie die FIDE die Elo-Zahl berechnet, welcher K-Faktor für wen gilt und warum ein Sieg gegen Stärkere mehr bringt.

Was ist die Elo-Zahl?

Die Elo-Zahl ist die internationale Wertungszahl im Schach. Benannt ist sie nach dem Physiker Arpad Elo, der das System entwickelt hat. Geführt wird sie vom Weltschachbund FIDE, der seine Wertungsliste jeden Monat neu veröffentlicht. Für Schnell- und Blitzschach führt die FIDE eigene Listen.

Wie bei der deutschen DWZ zählt nicht allein, ob Sie gewinnen, sondern gegen wen: Ein Sieg gegen einen stärkeren Gegner bringt viel, ein erwarteter Sieg gegen einen schwächeren wenig.

Welche Partien zählen?

  • Partien in Turnieren, die bei der FIDE zur Elo-Auswertung angemeldet sind.
  • Mindestbedenkzeit pro Spieler, bei angenommenen 60 Zügen: 60 Minuten, wenn beide unter 1800 stehen, 90 Minuten, wenn einer mindestens 1800 hat, und 120 Minuten, wenn einer mindestens 2400 hat.
  • Eine Partie zählt, sobald beide Spieler mindestens einen Zug gemacht haben.
  • In der Liste erscheint eine Elo erst ab 1400. Wer unter 1400 fällt, wird in der nächsten Liste als ungewertet geführt.

So wird die Elo berechnet

Für jede Partie wird verglichen, was Sie erzielt haben, mit dem, was nach den Wertungszahlen zu erwarten war:

Elo-Änderung = K × (erzielte Punkte − erwartete Punkte)

Die erwarteten Punkte liest die FIDE aus einer festen Tabelle ab, die nur vom Unterschied der beiden Elo-Zahlen abhängt. Ein Auszug für den stärkeren Spieler:

Elo-Vorsprung050100200300400
Gewinnerwartung0,500,570,640,760,850,92

Die oft zitierte Formel 1 ÷ (1 + 10−Vorsprung/400) kommt diesen Werten nahe, weicht aber leicht ab – bei 400 Punkten Vorsprung ergibt sie 0,91 statt 0,92. Die Änderungen aller Partien eines Monats werden addiert und erst dann auf eine ganze Zahl gerundet.

Die 400-Punkte-Regel

Ist der Unterschied größer als 400 Punkte, wird er als 400 gewertet, auch mehrmals im selben Turnier. Seit dem 1. Oktober 2025 gilt das nur noch für Spieler unter 2650; wer 2650 oder mehr hat, wird mit dem echten Unterschied gerechnet.

Welcher K-Faktor gilt?

  • K = 40 für neue Spieler, bis sie 30 gewertete Partien gespielt haben.
  • K = 40 für Jugendliche bis zum Ende des Jahres, in dem sie 18 werden, solange ihre Elo unter 2300 liegt.
  • K = 20 für alle anderen, solange ihre Elo unter 2400 bleibt.
  • K = 10 für alle, die einmal 2400 erreicht haben, auch wenn sie später wieder darunter fallen.

Wer in einem Monat sehr viele Partien spielt, für den gilt eine Grenze: K mal Partienzahl darf 700 nicht übersteigen, sonst wird K entsprechend verkleinert.

Beispiele

Elo 1600 gegen Elo 1700, K = 20

Gegen den 100 Punkte stärkeren Gegner liegt die Erwartung bei 0,36.

  • Sieg: 20 × (1 − 0,36) = +12,8 → neue Elo 1613
  • Remis: 20 × (0,5 − 0,36) = +2,8 → 1603
  • Niederlage: 20 × (0 − 0,36) = −7,2 → 1593

Mit K = 40, etwa als Jugendlicher, bringt derselbe Sieg +25,6 Punkte.

Elo 1500 gegen Elo 2100

Der Unterschied von 600 Punkten zählt als 400, die Erwartung ist 0,08. Eine Niederlage kostet mit K = 20 nur 1,6 Punkte, ein Sieg bringt 18,4.

Selbst ausprobieren

Erwartung: 0,36 Punkte (36 %)

ErgebnisÄnderungNeue Wertung
Sieg +12,8 1613
Remis +2,8 1603
Niederlage -7,2 1593

Für ein ganzes Turnier gibt es den Elo-Rechner.

Elo und DWZ: der Unterschied

Die Elo führt die FIDE weltweit, die DWZ der Deutsche Schachbund für seine Mitglieder. In die DWZ fließen auch Vereinsturniere und Mannschaftskämpfe ein, die nicht bei der FIDE gemeldet sind, und sie wird nach jedem Turnier statt einmal im Monat berechnet. Eine offizielle Formel, um die eine Zahl in die andere umzurechnen, gibt es nicht. Wie die DWZ berechnet wird, steht unter DWZ erklärt.

Quellen

Die Rechner auf dieser Seite überschlagen die Wertung nach diesen Regeln. Verbindlich ist allein die Auswertung durch die zuständigen Wertungsstellen.